10.12.2011

über die Schwierigkeit, ein Konzept zu verfassen


Ich bin nicht begeistert davon, ein Konzept für meinen Roman zu schreiben. Konzepte bringen meine Figuren nicht zum Leben, rauben ihnen Sprache und Ausdruck. Sie zwingen meinen Blick fort vom Wesen meiner Geschichte, von seiner Seele. Zumindest lässt sich diese Seele derzeit nicht in ein Konzept pressen. Alles was bleibt ist eine relativ tote Ansammlung von Fakten rund um die Bewegungen meiner Figuren in ihrem Universum. Das Wandern von einem Aufenthaltsort zum Nächsten, unterbrochen von den Eckpunkten der Ereignisse, den Begegnungen mit anderen Akteuren dieses Spiels. Das „Warum sie tun, was sie tun“ bleibt dabei nahezu unberührt. Ihre emotionale Getriebenheit bedarf einer weitschweifigeren Erzählweise als es in einem Konzept vorgesehen ist. Ihr „Warum“ rührt her aus ihrer Lebensgeschichte, aus dem, was sie gezwungenermaßen sind, aus dem was sie in ihrem Leben gerne wären und aus dem unzureichenden Vermögen, diese beiden Bilder in Einklang zu bringen.
In den klassischen Kursen und Büchern zum Thema „die Kunst einen Roman zu schreiben“ et al. wird immer von Konstruktionen ausgegangen. Man erschafft den Helden/die Heldin am Reissbrett, setze sie in ein passendes Umfeld und erdenke sich einen Handlungsbogen. Irgendwie klingt es so, als würde man einen Kuchen machen. Man nehme die passenden Ingredienzien, werfe sie in der richtigen Reihenfolge in einen Topf, vermenge das Ganze gut und dann schicke man es in den Ofen, auf dass daraus ein trefflicher Kuchen werde.
Fertig ist das Backe-einen-Roman-Geheimnis! Mahlzeit!
Gratulation all denen, die so ein Konzept wie einen Rührkuchen backen. Mir will das aktuell so gar nicht gelingen, und die Anzahl halbfertiger und aufgegebener weil unzureichender Versuche spricht ebenso für sich.
Etwas dreidimensionales (wenn es auch noch dynamisch und daher in vielen Punkten veränderlich ist) wie eine bereits vorhandene Geschichte in etwas zweidimensionales wie ein Konzept zu übersetzen halte ich für schwieriger, als den umgekehrten Weg zu gehen. Aus zwei Dimensionen in eine dritte zu expandieren gibt Freiheiten. Umgekehrt ist die Reduktion um eine Dimension zugleich eine Reduktion an Vielfalt und es fällt schwer, die wichtigen Informationen dabei nicht aus den Augen zu verlieren.

16.02.2011

ziele und absichten

manche leute sind, wie sie sind (und leben, wie sie leben), und zwar, weil ihnen grade nichts besseres dazu einfällt.
weil sie kein eindeutiges ziel vor augen haben (keine mission, keine fixe idee), schwimmen sie hier hin und dort hin.
nur eine vage vorstellung von dem, wie/wer sie sein könnten/sollten leitet sie.

solche menschen sind weder antriebslos noch opportunistisch.
sie glauben an einen zweck in ihrem leben, einen sinn für ihr "gerade-hier-sein".
sie kennen ihn nur noch nicht, sind noch nicht vertraut mit ihm.
also warten sie auf den moment der erkenntnis/offenbarung und inzwischen schreiten sie - aufmerksam, fragend und suchend zugleich - immer weiter voran.

14.02.2011

Bücher und so

da will eine/r was schreiben, und weiß nicht recht wie
bzw weiß er/sie WAS er/sie erzählen mag, aber immer gehts ned so recht vorwärts...

dann kommt ein lieber freund und borgt ihr ein paar wunderbare bücher - und schon kommt licht in die angelegenheit. und nebstbei erfährt man/frau, dass die ach so großen, gefeierten romanschmiede auch 9 exposes/konzepte geschrieben haben, bevor es was tolles geworden ist. tröstllich.

allerdings hab ich jetzt 4 versionen (4 stadien der romanwerdung/konzeptionierung)von der mann aus st.petersburg gelesen, dass ich die echte geschichte nimmer lesen muß
aber viel gelernt dabei!

ein erfolgreicher tag also
und ein erfolgreiches wochenende

13.02.2011

to make a start

einer muss den anfang machen, also ist dies hier das erste posting ....
nach dem design-marathon, bis das baby hier ein annehmbares äusseres erhalten hat
das hat länger gedauert, als man vermuten möchte
weitere verbesserungen folgen...
bis bald!

dieinkarination